„Welchen Einfluss hat Hightech auf moderne Pflege, Herr Ristok?“

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„Welchen Einfluss hat Hightech auf moderne Pflege, Herr Ristok?“

Hightech macht vor keiner Branche Halt. Das gilt auch für den Pflegebereich. Was Hightech hier bewirken kann und wer davon profitiert, weiß Bruno Ristok, Geschäftsführer der Augsburger C&S Computer und Software GmbH.
„Welchen Einfluss hat Hightech auf moderne Pflege, Herr Ristok?“

Die Fakten sind hinreichend bekannt. Allein in Bayern fehlen bis Ende 2030 laut dem Deutschen Institut für angewandte Pflegewissenschaften rund 62.000 Vollzeitpflegekräfte in der ambulanten und stationären Altenpflege. Lassen Sie mich diese Zahl einmal an Durchschnittswerten verdeutlichen. Für Bayern bedeutet das, dass im Durchschnitt pro Pflegeheim 26 Vollzeitpflegekräfte fehlen. Diese Pflegekräfte müssten heute bereits geboren und oder in Ausbildung sein. Alternativ könnten wir natürlich ausländische Pflegekräfte anwerben. Das erscheint mir jedoch auch aufgrund der bisherigen Erfahrungen als nahezu unwahrscheinlich.

Kompensiert werden kann dieser Mangel über Hightech, sodass ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen gut versorgt werden. Es geht dabei um unsere Eltern beziehungsweise Großeltern und ist damit nicht abstrakt, sondern sehr real und konkret. Ich möchte dies am Beispiel der ambulanten und stationären Altenhilfe etwas näher erläutern. Wenn es uns gelingt, über technische Systeme wie altersgerechte Assistenzsysteme, Sturzsensoren, Hausautomatisation, Assistenzrobotik oder Videotelefonat und die Einbindung von informellen und professionellen Hilfenetzen einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu erreichen, haben wir viel erreicht.

Der Gewinn liegt hier klar auf mehreren Ebenen. Für den Pflegebedürftigen, weil dieser länger in der eigenen Häuslichkeit verbleiben kann und das Gefühl hat, selbst für sich zu sorgen und anderen nicht zu Last zu fallen. Für die Angehörigen, die viel beruhigter das Älterwerden ihrer Nächsten erleben. Und zudem über moderne Technik wie Skype, Quartier TV oder WhatsApp sich gegenseitig eine Teilhabe ermöglichen. Darüber hinaus profitieren sogar die Gebietskörperschaften. Denn diese können die zu gewährleistende Daseinsvorsorge auf diese Weise günstiger und bürgernäher organisieren. Einen Gewinn bedeutet das außerdem für die Unternehmen, die damit nicht auf die wertvollen Mitarbeiter im Alter von 50-65 verzichten müssen, die sich um die Versorgung ihrer Eltern sorgen.

Entsprechende Hightech, die zur Lösung dieser Problemstellung beitragen, wird schon heute von zahlreichen schwäbischen Firmen angeboten. Auch zukunftsweisende Konzepte wie DigitalCare, die digitale Infrastruktur für Pflege und Betreuung, liegen auf dem Tisch. Es liegt an der Politik, diese zu unterstützen. Die Zivilgesellschaft ist da schon weiter indem sie beispielsweise CareValley, das Netzwerk für Pflege, Betreuung und Gesundheit in Schwaben, gegründet hat.

Im Profil: Bruno Ristok ist der Geschäftsführer der Augsburger C&S Computer und Software GmbH. Das Unternehmen entwickelt seit über drei Jahrzehnten Software und Softwarelösungen für die Sozialwirtschaft. Der Kundenstamm umfasst vor allem Pflege- und Seniorenheime, ambulante Pflegedienste und Beratungsstellen

>Quelle: Blog B4B<